Jetzt reicht‘s! Wir ziehen die Notbremse!

Erstellt von GEW Stadtverband München | |   Meldungen

Kundgebung der GEW München am Stachus

Mehr als 400 Lehrer*innen sind unserem Aufruf gefolgt und schrien am 28. Januar 2020 lautstark ihre Wut und Empörung über das Piazolo - Paket hinaus. Der Auftakt in München ist gemacht! Wir kommen wieder und hören erst auf, wenn das skandalöse Paket zurückgenommen und weitgehende Maßnahmen für Anerkennung, Entlastung, Verbesserung und Wertschätzung ergriffen wurden. Vielen Dank für Eure Solidarität und den großen Kampfgeist!­


Redebeitrag einer GEW Kollegin

Tatsachen

Tatsache ist … dass es einen Lehrer*innemangel gibt.
Tatsache ist auch, dass die GEW das schon seit Jahren prophezeit – aber warum wusste Herr Piazolo das letzten Herbst noch nicht, als er tönte, dass vor jeder Klasse eine Lehrkraft steht?
Tatsache ist … dass es auf Grund statistischer Daten möglich sein muss, die Entwicklung der Schüler*innenzahlen und die Anzahl der Pensionierungen vorauszuberechnen – aber warum kann das Kultusministerium das nicht?
Tatsache ist … dass zu wenige junge Leute Grund- oder Mittelschullehrer*innen werden wollen. Tatsache ist auch, dass es unter anderem an der ungleichen Bezahlung liegt. Die GEW fordert deshalb A 13 für alle! Das macht das Lehramt attraktiver!
Tatsache ist … dass das Kultusministerium alle Appelle der Gewerkschaften und der Verbände zum Thema Lehrer*innenmangel bisher ignoriert hat. – Jetzt steht der Karren im Dreck und wir Lehrer*innen sollen ihn wieder rausziehen!
Tatsache ist … dass im nächsten Schuljahr die Stellen nicht mehr alle besetzt werden können. Tatsache ist auch, dass wir jetzt mehr arbeiten sollen, weil das Kultusministerium jahrelang seine Arbeit vernachlässigt hat!
Tatsache ist … dass andere angedrohte Maßnahmen wie zum Beispiel größere Klassen auch nicht besser sind – die GEW fordert schon lange kleinere Klassen, um dem Anspruch der Inklusion und der Integration gerecht zu werden. Sollen wir uns jetzt bedanken, dass es nicht noch schlimmer kommt?
Tatsache ist … dass viele Kolleg*innen das Pensionsalter nicht gesund erreichen – sondern schon vorher arbeitsbedingt krank werden.
Tatsache ist auch, dass viele Kolleg*innen Teilzeit arbeiten und sich dadurch finanziell einschränken, damit sie gesund und motiviert bis zur Pension ihren Dienst tun können. Diese Möglichkeit wird ihnen jetzt genommen.
Tatsache ist … dass Grundschullehrer*innen schon lange nicht mehr nur lesen, schreiben und rechnen beibringen. Sie sind multiprofessionelle Teams in einer Person, die von Pop abwischen bis Beschwerdebriefe von Eltern beantworten alles machen – am besten gleichzeitig.
Tatsache ist … dass die Belastungsgrenze schon lange erreicht ist und mehr eben nicht geht. Uns reicht‘s! Wir wollen unsere Arbeit weiterhin gerne und gut machen und dabei gesund bleiben.

Deswegen fordern wir Entlastung statt Mehrarbeit

  • zum Beispiel die Abschaffung zweiseitiger Zeugnisse in Textform
  • die Reduzierung sinnloser Dokumentationen – nennen wir es mal Schriftwesen
  • Abschaffung des Übertritts – auch als Grundschulabitur bekannt
  • Anerkennung von Teilzeit als Teilzeit
  • eine Reform der Lehrerkräfteausbildung
  • Systembetreuung von externen IT-Fachkräften – auch damit alle Lehrerstunden bei den Schüler*innen landen
  • Verbesserung der Arbeitsbedingungen zum Beispiel durch Unterstützung bei Inklusion und Integration
  • Abschaffung der externen Evaluation, damit alle ausgebildeten Lehrkräfte auch in der Schule arbeiten

Und vor allem A 13 als Einstiegsbesoldung für alle Lehrkräfte, um den Beruf auch in Grund- und Mittelschulen attraktiver zu machen – und weil wir es wert sind!


Das Tarifinfo 13 zum Download:

https://www.gew-bayern.de/L-EGO-13

 

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