Kennenlerntreffen mit Stadtschulrat

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„Ein guter Start!“ – mit diesen Worten kommentierte Alexander Lungmus, der Vorstandssprecher der GEW München, die erste Begegnung mit dem neu gewählten Stadtschulrat, Florian Kraus. In einer konstruktiven Atmosphäre traf sich der Geschäftsführende Ausschuss der Münchner Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft zu einem Meinungsaustausch mit dem Stadtschulrat.

Der neue Stadtschulrat erläuterte seine inhaltlichen Vorstellungen und setzte erste Schwerpunkte: Digitalisierung der Bildungslandschaft, Wahlfreiheit der Eltern bei Bildungsangeboten und Kindertagesbetreuung sowie Demokratiebildung. Beim gerade zu Coronazeiten brandaktuellen Thema Digitalisierung im Bildungsbereich betonte er: „Für mich stellt eine funktionierende und für alle zugängliche IT ein Stück Bildungsgerechtigkeit dar“. GEW-Kassiererin Claudia Wirts lobte den Erfindungsreichtum an städtischen Schulen in Pandemiezeiten: „Ich habe selbst ein Kind an einer städtischen Schule und weiß, dass man hier sehr kreativ und erfolgreich versucht hat, den Distanzunterricht zu organisieren, aber zum Teil ausgebremst wurde oder zumindest die Gründe seitens des RBS schlecht kommuniziert wurden.“ Die Kollegin Wirts forderte daher einen besseren Dialog mit den Bildungseinrichtungen und transparentere Entscheidungsprozesse.

Großen Zuspruch erhielt Stadtschulrat Kraus für seinen Schwerpunkt Demokratiebildung. Vorstandssprecher Lungmus betonte: „Nur Lehrkräfte an demokratisch und partizipativ orientierten Schulen, denen selbst Mitbestimmungsrechte eingeräumt werden, können glaubhaft demokratische Werte vermitteln. Hier gibt es aber durchaus noch Spielraum nach oben – auch an städtischen Schulen!“.

Einen großen Teil des Gesprächs nahm die brennende Frage des Arbeits- und Gesundheitsschutzes an Schulen und Kitas ein. Stadtschulrat Kraus ist sich der Sorgen und Ängste der Beschäftigten an Kitas und Schulen bewusst: „Gerade bei der direkten Arbeit am Kind bestehen Risiken. Ich weiß das und versuche mein Bestes, um den Beschäftigten ausreichend Schutz angedeihen zu lassen. Leider sind die Möglichkeiten der Stadt hier begrenzt“, so Florian Kraus. Die GEW berichtete, dass Schul- und Kitaleitungen sich derzeit an der Quadratur des Kreises abarbeiten, indem sie unzulängliche Rahmenhygienepläne des Kultus- und Sozialministeriums versuchen an die reale Praxis anzupassen. Die GEW-Vertreter*innen schlugen daher vor, geschulte Ansprechpartner*innen am RBS für die Beratung der Bildungseinrichtungen bei der Umsetzung von Hygieneplänen zu benennen.

Alexander Lungmus thematisierte zudem die fehlende Wertschätzung, die das Kultusministerium den Lehrkräften entgegenbringe: Die Streichung der Faschingsferien habe die Kolleginnen und Kollegen tief getroffen. Dass den städtischen Lehrkräften dennoch ein freier Faschingsdienstag gewährt werden konnte, wurde in der GEW positiv aufgenommen. Alexander Lungmus schlug dem Stadtschulrat vor, etwa mit zusätzlichen freien Tagen, die früher einmal sehr hohe Identifikation der städtischen Lehrkräfte mit der Landeshauptstadt München neu zu beleben.

Stadtschulrat Kraus begrüßte den Vorschlag der GEW, möglichst bald die städtischenSchulen und Kitas zu besuchen, um in einen guten Dialog zu kommen. Allerdings wolle er sich noch zurückhalten, solange es Besuchseinschränkungen und Besuchsverbote gebe. Die bereits erfolgten digitalen Schulbesuche könnten Besuche vor Ort nicht ersetzen.

Die Zusage des Stadtschulrats, nicht nur mit dem Vorstand, sondern auch mit den Mitgliedern der GEW München so bald wie möglich in einen Meinungsaustausch zu gehen, lässt uns als Bildungsgewerkschaft auf eine gute Zusammenarbeit in der Zukunft hoffen.

Alexander Lungmus
Sprecher

Claudia Wirts
Kassiererin

Siri Schultze
Geschäftsführerin

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